Vom Hobby zum Aktivismus – Wenn K-Pop-Fans politisch werden

Amy, 22 Jahre

Vom Hobby zum Aktivismus – Wenn K-Pop-Fans politisch werden

Als Donald Trump am 20. Juni 2020 bei der eigentlich groß beworbenen Trump Rallye in Tulsa, Oklahoma, mit einem halbleeren Saal konfrontiert wurde, herrschte erstmal Ratlosigkeit.

Der damalige US-Präsident Donald Trump startete im Jahr 2020 seine Wahlkampagne zur erneuten Präsidentschaft, indem er in verschiedenen Städten der USA vor seinen Anhänger:innen auftrat – oft in ausverkauften Hallen. Auch in Tulsa waren die Erwartungen groß. Die kostenlosen Online-Anmeldungen über die offizielle Veranstaltungsseite des BOK-Centers zeigten eine fast ausgebuchte Halle aller 19.199 Plätze und fast eine Millionen Anmeldeversuche auf der Webseite. Als Trump dann die Veranstaltungshalle betrat, war die ganze obere Hälfte der Halle leer! Anstatt voll besetzter Ränge blickte Trump auf etwa 6.000 Teilnehmende. Für Trump wahrscheinlich ein Schock. Was war also passiert?

Ein Gemeinschaftsprojekt zwischen amerikanischen K-Pop- und TikTok-Nutzer:innen hat dieses Ereignis verursacht: Nachdem Trump im Juni mit Stolz seine Veranstaltung auf Twitter beworben hatte, schmiedeten sie einen Plan: Für die Jugendlichen war die kostenlose Online-Registrierung eine Möglichkeit zum Protest. Vor allem in der K-Pop-Community und auf TikTok werden Proteste aller Art und die Informationen darüber schnell in Umlauf gebracht. Amerikanische K-Pop-Fans und TikTok-Nutzer:innen machten aus ihrem Vorhaben kein Geheimnis. Einige luden sogar Screenshots von ihren Reservierungen auf den sozialen Plattformen hoch. Trotzdem bekam anscheinend niemand aus Trumps Umfeld Wind von dem Vorhaben. Auch Medienvertreter:innen schienen die Bewegung im Vorfeld für wenig berichtenswert gehalten zu haben. Und selbst als Donald Trump am Ende vor einer halbleeren Halle stand, wollte zunächst niemand dieses Meisterstück der K-Pop-Fans wahrhaben. Aber wie ist eigentlich der Zusammenhang zwischen Aktivismus und dieser Musikrichtung?

Weltweite Aufmerksamkeit bekam K-Pop wahrscheinlich spätestens, als 2012 der Song „Gangnam Style“ von Psy veröffentlicht wurde. Im gleichen Jahr wurde das Video zum beliebtesten Video auf Youtube und gleich darauf zum meist geschauten Video bis 2017. Doch auch mit diesem Durchbruch war die K-Pop-Szene noch nicht so verbreitet wie sie es heute ist.

Als schrill, farbenfroh und auch ein wenig merkwürdig, so werden die Musikvideos zu der Zeit beschrieben, sodass K-Pop außerhalb Südkoreas zuerst mit Skepsis betrachtet wurde. Doch genau dieses skurrile Auftreten machte K-Pop so faszinierend. K-Pop Bands wie Big Bang, Shinee und Girls Generation erfreuten sich seit ihrem Debüt (zwischen 2006 bis 2008) in Südkorea bereits großer Beliebtheit.

Unterstützungen für Black-Lives-Matter Proteste

Im selben Jahr in dem es zu Trumps Reinfall bei seiner Wahlveranstaltung kam, traten K-Pop-Fans mit einer weiteren Aktion in Erscheinung. Sie verhinderten, dass Beiträge gegen die Black-Lives-Matter-Bewegung große Sichtbarkeit bekamen, indem sie die Hashtags der Protestler:innen nutzten, um massenhaft Tanzvideos von ihren Idolen zu posten (Fan-Cams).

Zusätzlich spendete die Band BTS zusammen mit ihren Fans zwei Millionen Dollar an die Black Lives Matter Bewegung. Die Band selbst hatte angekündigt, eine Million Dollar zu spenden. Die Fans haben online gesammelt und den Betrag verdoppelt. BTS und ihre Fans (auch ARMYS genannt) sind einer der größeren Unterstützer:innen, wenn es um Initiativen für einen guten Zweck geht.

Ein interessantes Phänomen ist, dass die Idole selbst gar nicht so politisch unterwegs sind. Die politischen Aktionen gehen meist von den Fans selbst aus. In Japan, China und Südkorea, den Ursprungsländern des K-Pop, ist die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt. Sich hier als Musiker:in öffentlich zu bestimmten Themen zu äußern, kann gefährlich werden. Deshalb hat das Management der K-Pop-Idole ein strenges Auge darauf, wie sich die Künstler:innen öffentlich zeigen und wozu sie Position beziehen. Umso meinungsstärker sind dafür die umtriebigen Fans.

Warum K-Pop-Fans Profis im politischen Aktivismus sind

Wie kommt es nun also, dass sich die Aktionen unter den Fans so schnell verbreiten und Proteste unter K-Pop-Anhänger:innen Unterstützung finden? Laut der Kommunikationsforscherin der University of Southern California, Hye Jin Lee, gibt es starke Überschneidungen zwischen jungen aktivistischen Gruppen und den K-Pop-Communities. Aus ihrer Sicht ist es nicht überraschend, wenn K-Pop-Fans gegen Rassismus, Sexismus und Imperialismus, also dem Machtbestreben von Staaten, kämpfen. Die Gruppen sind sehr international. Sie sind multikulturell, multiethnisch und generationsübergreifend. Damit stehen sie auch für eine Offenheit gegenüber kulturellen Unterschieden und progressiven, also fortschrittlichen Werten. Und noch ein wichtiger Faktor sorgt dafür, dass K-Pop als Subkultur, also als Teil eines großen Ganzen, öfter mal in Erscheinung tritt: Die Fans wissen ihre sozialen Netzwerke zu nutzen. Als Community tun sich auch Fangruppen verschiedener Bands zusammen und spinnen so ein weltweites Netz. So können sich wichtige Themen innerhalb der Fangemeinde rasch ausbreiten.

K-Pop-Idol werden?

Quelle: Allan Mas/Pexels

Ein K-Pop-Idol zu werden, ist für viele ein Traum. Viele sogenannte Trainees, die alles geben, um Idole zu werden, müssen sich einem strengen Plan unterziehen. Was heißt das für die Trainees?

Quelle: Josh Sorenson/Pexels

Trainees müssen ein gewisses Niveau im Bereich Tanz und Gesang erreichen, bevor sie in Erwägung gezogen werden.

Quelle: ANTONI SHKRABA production/Pexels

Skandale sind nicht erwünscht und es gelten auch harte Kriterien bezüglich des Aussehens. Schönheitskosmetische Eingriffe sind verbreitet.

Quelle: Lara Jameson/Pexels

Mehrsprachigkeit ist Pflicht. Aufgrund der internationalen Beliebtheit müssen die Stars Interviews auf Englisch und Japanisch geben können.

Quelle: Martin Lopez/Pexels

Auch Musikvideos werden immer öfter im Ausland gedreht (z.B. wurde Super Shy von New Jeans in Lissabon, Portugal gedreht).

Quelle: Pixabay/Pexels

Weltweit suchen die Produktionsfirmen inzwischen nach neuen Trainees, beispielsweise über Youtube.

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How millions of K-pop fans became an internet army of social activists (25.06.2020). SBS News. URL: https://www.sbs.com.au/news/article/how-millions-of-k-pop-fans-became-an-internet-army-of-social-activists/6s8o0e6bu

Braun, Stuart. (04.07.2020). Politische K-Pop-Fans, unpolitische Stars. Deutsche Welle. URL: https://www.dw.com/de/k-pop-fans-werden-politisch-ihre-stars-nicht/a-54048516

Why Obsessive K-Pop Fans Are Turning Toward Political Activism (06.09.2021). The New York times. URL: https://www.nytimes.com/2020/06/22/arts/music/k-pop-fans-trump-politics.html

How K-Pop Fans Actually Work as a Force for Political Activism in 2020. Time. URL: https://time.com/5866955/k-pop-political/

The Guardian view on Korean soft power: harder than it looks. The Guardian. URL: https://www.theguardian.com/commentisfree/2022/oct/28/the-guardian-view-on-korean-soft-power-harder-than-it-looks

Von wegen verrückt – Wenn sich K-Pop Fans organisieren. Kopfzeile Studierendenmagazin. URL: https://kopfzeilemagazin.com/2022/10/11/von-wegen-verruckt-wenn-sich-k-pop-fans-organisieren/

K-Pop: Erfolgswelle auch in Deutschland. Deutsche Welle. URL: https://www.dw.com/de/k-pop-erfolg-deutschland/a-62765237

Wenn Social Media ein Kunstwerk wär. Zeit Online. URL: https://www.zeit.de/kultur/2022-09/k-pop-koreanische-welle-hallyu?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

Kpop idol – Life and career of the Korean music artists. (2023, 30. Januar). 90 Day Korean. URL: https://www.90daykorean.com/kpop-idol

Projektwoche 2023: Workshop-Video

wtf-Projektwoche 2023: Das Video

Wie hängen die Themen Klima und Ernährung zusammen? Und was ist euch dabei wichtig? Bei der wtf-Projektwoche in Seifhennersdorf (Landkreis Görlitz) haben Schüler:innen der dortigen Oberschule ihre eigenen Schwerpunkte gesetzt.

Fünf Tage lang haben sie mit Unterstützung von Aktion Zivilcourgage e.V., Umweltzentrum Dresden e.V. und jungagiert e.V. eine eigene Kampagne erarbeitet – inklusive Logo, Riesenplakat und einem Video. Der Slogan:

#mankannnichtnurplastikrecyceln

Außerdem wurde eingekauft, gekocht und heftig diskutiert. Schaut hier rein:

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Hinter den Kulissen:

Voting: Ladekabel

Quelle: Dids/Pexels

Voting: Ladekabel

WELCHES LADEKABEL BENUTZT DU IM ALLTAG AM HÄUFIGSTEN?

Pretty Privilege – Das steckt dahinter

Dilnoza, 27

Pretty Privilege – Das steckt dahinter


Alle so schön hier!

Kennt ihr den „Beauty-Scanner“-Trend auf TikTok oder Instagram? Ein Filter errechnet einen Prozentsatz dafür, wie „schön“ ein Gesicht ist.  Dass „Schön sein“ was zählt, das kennt ihr vielleicht auch aus Filmen oder Serien: „Gossip Girl“, wo die Schönen und Reichen alles haben; „Bridgerton“, wo es der etwas rundlicheren Penelope schwerfällt, auf sich aufmerksam zu machen und zuletzt auch in fast allen Disneyfilmen, wo die Guten immer „schön“ dargestellt werden und die Bösen als „hässliche“ Kreaturen. Erinnert ihr euch beispielsweise an die die Meerhexe Ursula bei Ariel?

In diesem Beitrag erfahrt ihr, welche Vorteile, aber auch welche Nachteile es hat, wenn man als konventionell „schön“ angesehen wird – und was dahinter steckt.

Pretty Privilege

„Pretty Privilege“ ist das „Privileg“ von Menschen, die gesellschaftlich als „schön“ gelten. „Schöne“ Menschen werden automatisch von der Gesellschaft als erfolgreicher, geselliger, glücklicher (gemeint ist auch weniger depressiv und mental gesünder), sozial kompetenter und vertrauenswürdiger eingestuft – und zwar allein aufgrund ihres Aussehens.

Schöne Kriminelle

In diversen Studien zu Pretty Privilege wird belegt, dass den „schönen“ Menschen mehr Verantwortung gegeben wird und sie viel mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere. Zudem vertrauen wir „schönen“ Menschen instinktiv mehr. Wenn man demnach als normschön wahrgenommen wird, sind die anderen Leute sehr viel netter zu einem. Das Schockierende daran ist, dass wir „schönen“ Menschen auch sehr viel mehr durchgehen lassen.

Gut zu wissen

Wenn in diesem Beitrag von „Schönheit“ die Rede ist, dann beschreibt das das, was in einer Gesellschaft als „schön“ definiert wird. Manchmal wird dafür auch die Formulierung „konventionell schön“ oder „normschön“ verwendet. Für Schönheit gibt es jedoch keine Norm. Allein die Einteilung in „schön“ und „nicht schön“ ist durchaus kritisch zu sehen. Trotzdem verwenden wir den Begriff in diesem Beitrag, um deutlich zu machen, dass es wichtig ist, dass wir uns dieser „schönen“ Schubladen bewusst sind.

Ted Bundy, ein US-amerikanischer Serienmörder und Sexualstraftäter, der zwischen 1974 und 1978 mindestens 30 Frauen und junge Mädchen ermordete, nutzte beispielsweise sein Aussehen, um Frauen zu verführen und sie dazu zu bringen, ihm zu vertrauen – bevor er sie an entlegene Orte entführte, um sie umzubringen. Als er hingerichtet werden sollte, bildeten sich regelrechte Fanclubs, die gegen sein Verurteilung protestierten. 30 Jahre nach seinen Verbrechen hat Netflix 2019 eine Doku-Serie über ihn veröffentlicht. Danach startete im Netz ein Hype um das gute Aussehen des verurteilten Mehrfach-Mörders.

Ein weiteres Beispiel ist Jeremy Micks. Er wurde mehrfach wegen Raubes, schwerer Körperverletzung und Besitzes einer Schusswaffe festgenommen und zu einer 27-monatigen Haftstrafe verurteilt. Sein letztes Polizeifoto ging jedoch 2014 auf Facebook viral und tausende von Menschen verlangten seine Freilassung – schlichtweg weil er „zu schön“ für das Gefängnis sei. Zahlreiche Artikel und Nachrichten über den „heißen Sträfling“ verbreiteten sich. Letztendlich hat er noch im Gefängnis einen Managementvertrag unterzeichnet und arbeitete direkt nach seiner Entlassung als Model auf Laufstegen. Mittlerweile betätigt er sich auch als Schauspieler.

Der Halo Effekt

Der Halo Effekt – zu Deutsch: der „Heiligenschein-Effekt“ beschreibt das Phänomen, wenn man jemandem aufgrund seines Aussehens bestimmte Eigenschaften zuschreibt. Denn unser menschliches Hirn lässt uns glauben, dass schöne Menschen automatisch geselliger, warmherziger, gesünder, intelligenter und kompetenter sind. All das führt dazu, dass gutaussehende Menschen in Schule, Ausbildung, Job tatsächlich oft erfolgreicher sind – und auch im Dating.

Zwar gibt es Studien, die belegen, dass „schöne“ Menschen nicht produktiver oder kreativer als andere sind. Trotzdem können sie beispielsweise im Job mehr Geld verdienen, weil sie durch die vermehrte Aufmerksamkeit, die sie erhalten, mehr Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten haben. Und Selbstbewusstsein ist eine Eigenschaft, die von Arbeitgeber:innen sehr geschätzt wird.

Warum ist Schönheit so wichtig?

Die Bedeutung von „Schönheit“ hängt auch mit der Entwicklungsgeschichte des Menschen zusammen: Attraktivität signalisiert Gesundheit, Vitalität und Fruchtbarkeit. Es hat sich also im Laufe der Zeit so ergeben, dass wir mit Blick auf das Äußere einen Menschen direkt beurteilen, um mögliche Geschlechtspartner:innen zur Fortpflanzung finden zu können. Es ist also ein Instinkt aus längst vergangen Zeiten, zuerst das Aussehen zu bewerten, um das Überleben zu sichern.

Negative Auswirkungen von Pretty Privilige

Pretty Privilege hat aber nicht nur positive Folgen wie bessere Noten, beruflichen Erfolg und bessere Chancen bei der Partner:innensuche. Was ist zum Beispiel mit denjenigen, die gar nicht den gesellschaftlichen „Normwerten“ von „schön“ entsprechen? Oder was ist mit den Menschen, die als „schön“ gelten und wahrgenommen werden, aber extrem darunter leiden? Beispielsweise durch zu viel und falsche Aufmerksamkeit? Problematisch ist auch die Annahme, dass hübsche Menschen weniger Probleme hätten, da sie beispielsweise „zu hübsch“ seien, um psychische Erkrankungen zu erleiden. Dadurch besteht die Gefahr, dass solche Erkrankungen bei „hübschen“ Menschen leicht übersehen oder banalisiert werden.

Zudem werden schöne Menschen oft einfach auf ihr Aussehen reduziert und dadurch werden ihnen direkt bestimmte Eigenschaften, Schwächen und Stärken zugeschrieben. Manchmal spricht man hübschen Menschen auch ihre Intelligenz ab und abwertende Aussagen wie „…aber dafür ist sie (oder er) sehr hübsch!“  können sehr verletzend sein.

Mehr zu den negativen Auswirkungen von Schönheitsidealen erfährst du hier:

https://wtf.slpb.de/schoenheit-als-vorteil/  

https://www.ardaudiothek.de/episode/ab-21-deutschlandfunk-nova/pretty-privilege-wie-schoen-sein-uns-im-leben-weiterhilft/deutschlandradio/94679812/


„Wir alle wollten das“

Simon, 18

„Wir alle wollten das“

Eine der Politiker:innen, die intensiv an der Gesetzes-Neuerung mitgewirkt haben, ist Anna Cavazzini. Sie ist sächsische Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament. 2020, ein Jahr nach ihrer Wahl ins EU-Parlament, wurde sie außerdem noch Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und sitzt damit an einem der wichtigsten Schalthebel, was das Aufstellen von Regeln für Produkte in den Mitgliedsstaaten der europäischen Union betrifft.

Anna CAVAZZINI steht im Europäischen Parlament in Strasbourg

Wir haben Anna Cavazzini schriftlich vier Fragen zur EU-Ladekabelverordnung gestellt. Und hier sind ihre Antworten.

Es dauert nun ja nicht mehr lange, bis die neuen Regelungen zu Ladekabeln in der EU in Kraft treten. Was erwartet uns dann? Was wird für jemand, der sich ein neues Handy kaufen möchte dann anders?

Wer sich ab nächsten Sommer ein neues Handy kauft, kann sich sicher sein, dass es mit dem USB-C-Ladekabel aufgeladen werden kann. Das gilt für alle kleineren Geräte wie Digitalkameras, Kopfhörer oder Tablets. Damit hat das Kabelwirrwarr in der Technikschublade ein Ende und man hat immer das richtige Ladekabel dabei. Ich habe mich außerdem dafür eingesetzt, dass man mit dem neuen Handy nicht immer auch ein neues Kabel kaufen muss, sondern auch ohne Kabel kaufen kann. So sparen wir nicht nur Geld, sondern vor allem auch Ressourcen und somit Elektroschrott.

So ein Gesetzgebungsprozess geschieht ja nicht von heute auf morgen, sondern dauert oft viele Wochen, Monate und manchmal Jahre. Wann hat das Ganze eigentlich angefangen und was war deine Rolle dabei?

Die Idee für ein einheitliches Ladekabel ist im Europaparlament vor über zehn Jahren entstanden, um ganz praktisch den Alltag der Menschen in Europa zu vereinfachen – gegen den Lobbydruck von Apple und Co, die an ihrem Ladekabel festhalten wollten. In dieser Legislaturperiode ist dann auch durch meine Arbeit richtig Schwung reingekommen. Zusammen mit Umwelt- und Verbraucherverbänden haben wir die Europäische Kommission immer wieder aufgefordert, endlich ein Gesetz vorzulegen. Die Chancen dafür waren gut, denn der europäische Green Deal und auch ein neuer Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft haben die Weichen auf Ressourcen- und Klimaschutz in der EU gestellt. Auf unser Drängen kam dann das Gesetz, das ich für die Grüne Fraktion und auch am Ende im Trilog mit den anderen Institutionen Rat und Kommission verhandelt habe. Mich macht richtig zufrieden, dass dieser lange Prozess am Ende so unseren Alltag verändert.

So ein Gesetz ist gerade in einem so komplizierten Konstrukt wie der EU ja am Ende auch immer ein Kompromiss. Gibt es auch Dinge, die du gern an der Regelung ändern würdest?

Glücklicherweise waren sich die Fraktionen im Europaparlament, aber auch Rat und Kommission im Grundsatz einig: Wir alle wollten das einheitliche Ladekabel. Daher waren die Verhandlungen im Detail ziemlich technisch. Wir haben beispielsweise länger diskutiert, wie genau Verbraucher*innen über das Ladekabel durch ein Symbol auf der Verpackung informiert werden sollen. Bei einem größeren Punkt allerdings konnte ich mich nicht durchsetzen: Ich wollte, dass Ladekabel und Gerät immer getrennt verkauft werden müssen. Meiner Meinung nach hätte das die größte Einsparung von Ressourcen bedeutet. Am Ende kam dann nur eine Option heraus: Verbraucher*innen können Kabel und Gerät einzeln – oder aber wie gehabt zusammen kaufen.

Was bedeutet dieses Schaffen von Standards in der Technikindustrie durch den Gesetzgeber für andere Bereiche? Also ist jetzt der erste Schritt getan, um zum Beispiel auch Kommunikationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Messangern zu schaffen, so wie es auch schon zwischen verschiedenen E-Mail-Anbietern funktioniert?

Als Vorsitzende des Binnenmarktausschusses liegen viele dieser auf den ersten Blick sehr technischen Regelungen auf dem Tisch. Das Ziel war ursprünglich, dass Unternehmen und Verbraucher*innen im gemeinsamen Markt reibungslos und grenzüberschreitend handeln, kommunizieren oder einkaufen können. In den letzten Jahren wurde daraus aber mehr. Genau durch solche Regelungen können wir aktiv gegen die Klimakrise kämpfen, wenn wir zum Beispiel Unternehmen dazu verpflichten, Produkte oder Verpackungen nachhaltig zu designen, sodass sie länger leben, reparierbar sind und recyclet werden können. Hinzugekommen ist auch der gesamte digitale Bereich. Mit den Gesetzen über digitale Märkte und digitale Dienstleistungen haben wir uns dafür eingesetzt, dass User*innen miteinander chatten können, egal welche Messenger sie nutzen. Jetzt kommt es auf die richtige Umsetzung an, sodass Unternehmen die neuen Regeln auch wirklich komplett einführen.

Die Rechtsvorschrift könnt ihr hier im Original nachlesen.

2022 gewann ein Video zum Thema „Einheitliche Ladekabel in der EU“ den 2. Preis der Kategorie A (bis Klassenstufe 10) des „Erklärbär“-Erklärvideo-Wettbewerbs der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung:

YouTube

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Schluss mit dem Kabelsalat?

Simon, 18

Schluss mit dem Kabelsalat?


Das Thema „Ladekabel“ betrifft wohl so ziemlich jede und jeden direkt im alltäglichen Leben. USB C, Micro USB oder Lightning – Wer hat sich nicht auch schonmal gewünscht, dass der ewige Kabelsalat endlich ein Ende hat? Die Europäische Union geht dieses Problem nun an und hat am 24. Oktober 2022 durch den Rat der Europäischen Union final eine Richtlinie beschlossen, welche ab Ende 2024 einen einheitlichen Standard vorschreibt.

Smartphones, Kopfhörer, Tablets, Bluetooth-Lautsprecher, Kameras, Smartwatches, E-Reader und Laptops: Sie alle sollen zukünftig mit dem neuen Standard USB-C produziert werden (vorausgesetzt, dass sie mit einem Kabel geladen werden und groß genug für den Anschluss sind). Die Idee dahinter: Es muss nicht mehr für jedes einzelnes Gerät ein anderes Ladekabel gekauft werden, sondern nur noch ein Kabel, das dann für alle Geräte genutzt werden kann. Das spart Geld und außerdem auch noch jede Menge unnötigen Müll. Laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager werden durch Ladekabel jährlich 11.000 Tonnen Elektroschrott in der EU produziert. Davon sollen nun 1.000 Tonnen durch die Vorschrift entfallen.

Manche finden’s garnicht gut

Es gibt vereinzelt auch Kritik an der Vorschrift. So missfällt es beispielsweise gerade Konzernen wie Apple, deren Geschäftsmodell es ist, einen eigenen Ladeanschluss für ihre Geräte zu verkaufen, dass auch sie nun in ihren Geräten USB C verbauen müssen. Allerdings sagen Branchen-Expert:innen sowieso, dass das Laden per Kabel bald der Vergangenheit angehören wird. Die Zukunft gehöre dem kabellosen Laden. Die EU möchte auch hier einen allgemeingültigen Standard festlegen. Diese Aufgabe hat sie sich allerdings erst einmal für die Zukunft gestellt.

Eine Ladung Extra-Wissen

Ob Verbraucher:innen mit einem neuen Gerät auch ein neues Ladekabel bekommen, können sie zukünftig auf den Geräte-Verpackungen sehen. Vier Jahre nach dem Inkrafttreten der Richtlinie wird geprüft werden, ob das Anbieten einer Verkaufsvariante ohne Kabel für die Hersteller:innen sogar verpflichtend wird. In Kraft treten werden die Regelungen für die meisten Geräte Ende 2024 (24 Monate nach dem finalen Beschluss), für Laptops allerdings erst 2026 (40 Monate nach der Absegnung durch den Rat der Europäischen Union).

Die Rechtsvorschrift könnt ihr hier im Original nachlesen.

Mein Fazit

Autor Simon hat sich für diesen Beitrag und für ein Interview mit einer Abgeordneten des Europaparlaments mit dem Thema der einheitlichen Ladekabel beschäftigt. Das ist seine Meinung dazu:

Mit der Initiative, vereinheitlichte Ladeanschlüsse für mobile Geräte zu schaffen, zeigt die EU, dass sie ganz konkret das Leben der Menschen verbessern kann. Sie gibt nicht nur Futter für das Demokratiemonster, das sie ist. Man sollte keine Angst davor haben, dieses Prinzip von einheitlichen Lösungen weiter zu verfolgen – zum Beispiel bei kabellosen Ladetechniken oder Schnittstellen zwischen Messengern. Der Verlust an Konkurrenz auf dem Markt ist angesichts des Zugewinns an Komfort nicht nur hinnehmbar, sondern wünschenswert. Und auch wenn der Nutzen aus der Umweltperspektive wohl vorerst ein Tropfen auf dem heißen Stein bleiben wird, so sind es doch viele dieser kleinen Veränderungen, die wir benötigen, um klimafreundlicher zu leben. Das Beispiel der neuen Regelung für Ladekabel zeigt: Klimaschutz und ein Zugewinn an Lebensqualität sind kein Widerspruch, sondern gehen Hand in Hand.

 

WELCHES LADEKABEL BENUTZT DU IM ALLTAG AM HÄUFIGSTEN?

Was hat „KI“ mit Papageien zu tun?

Simon, 18

Was hat „KI“ mit Papageien zu tun?


Sogenannte „Künstliche Intelligenz“ hat das Potential, unser Leben, Lernen und Arbeiten auf den Kopf zu stellen. Weil wir im April auf der Buchmesse in Leipzig unterwegs waren, haben wir uns diesen Bereich mal genauer angeschaut.

Schon heute wird „Künstliche Intelligenz“ an vielen Stellen beim Erstellen von Büchern als Hilfe verwendet: Die automatische Korrekturhilfe von Schreibprogrammen, maschinelle Zusammenfassung von Texten, Online-Übersetzungen.

Beim Thema „Künstliche Intelligenz“ muss man grundlegend zwischen zwei Arten unterscheiden:

Schwache KI

Durch „machine learning“ geht die KI vorhandene Inhalte durch und erkennt darin dann Muster. Auch das Durchsuchen von großen Datenmengen zählt zu schwacher KI. Sie ist sehr gut darin, gegebene Aufgaben zu lösen. Beispiele sind Sprach-Assistenten, wie Siri und Alexa, die Gesichtserkennung beim Smartphone oder auch die Bilderkennungsfunktion von Google.

Starke KI

Das Konzept von starker KI existiert bislang nur theoretisch und ist nicht umgesetzt. Sie erkennt selbst, welche Probleme gelöst werden müssen, erarbeitet sich dann ohne Anweisungen von außen einen Lösungsweg und kommt am Ende zu einem Ergebnis, das es auch noch nicht geben muss und das damit kreativ sein kann.

Für Interessierte: ein Vergleich der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt zu schwacher vs. starker „KI“

Alle bislang entwickelten „Künstlichen Intelligenzen“ können also nur aufgrund der Muster, die sie in bestehenden Inhalten erkennen, eine Lösung für ein Problem finden. Da das im Vergleich zur menschlichen Intelligenz nur eine relativ schwache Fähigkeit ist, lehnen es viele Expert:innen ab, bei dieser Art von Technologie von „Intelligenz“ zu sprechen. Auch ich habe das Wort „Künstliche Intelligenz“ deswegen immer in Anführungszeichen gesetzt. Da sie nur vorhandenes berechnet und neu angeordnet wiedergeben kann, wird sie auch als „stochastischer Papagei“ bezeichnet.

Drei Papageie sitzen auf einem Holzständer. Ein Papagei steht in Vordergrund, die anderen zwei sind verschwommen.Quelle: Roshan Mendoca/Pexels
Der Papagei und die „KI“ sind gar nicht so verschieden – beide geben bekannte Informationen weiter.

Stochastik – Kurz und knapp

Die Stochastik ist ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit Zufällen und Wahrscheinlichkeiten beschäftigt. Für „KIs“ ist die Stochastik deshalb sehr wichtig. Wenn beispielsweise in sehr vielen Texten hinter dem Wort „grüner“ das Wort „Grashalm“ steht, dann kann die „KI“ davon ausgehen, dass es wahrscheinlich richtig ist, wenn sie in ihrem neu erstellten Text hinter das Wort „grüner“ auch wieder „Grashalm“ schreibt.

Der Name „stochastischer Papagei“ klingt schonmal weniger furchteinflößend und zeigt auch, warum diese Technologie auch in naher Zukunft nicht in der Lage sein wird, hochwertige Bücher für uns zu schreiben. Stochastische Papageien können nichts Neues erfinden und nicht kreativ sein. Sie können nicht die tiefgründigen Botschaften in Bücher einbauen, die gute Autor:innen in ihre Geschichten stecken.

Allerdings heißt das nicht, dass sie deshalb in Zukunft keine Bedeutung haben. Schon jetzt zeigen sich negative Auswirkungen: So lernen ChatGPT und Co. nahezu immer von Texten, ohne dass deren Autor:innen davon wissen oder sogar Geld dafür bekommen würden. Ihr Eigentum wird also benutzt, um eine Technologie zu fördern, die dann zu den Autor:innen selbst in Konkurrenz tritt.

Schwache „KI“s werden unter anderem auch dazu genutzt, Daten von E-Book-Leser:innen zu ermitteln. Wie lange verweilt jemand auf welcher Seite und welche Bücher werden generell besonders häufig gelesen? Durch die Beantwortung dieser Fragen können Verlage immer mehr nur noch die Bücher veröffentlichen, die besonders erfolgreich sind. Unbekannteren Autor:innen, die Bücher schreiben, die sich vielleicht nicht so zahlreich verkaufen, dafür aber literarisch einen großen Wert haben, haben dann immer schlechtere Chancen, veröffentlicht zu werden. Wenn die Buchbranche noch mehr als schon heute nur darauf schaut, wie gut sich Literatur verkauft, laufen wir Gefahr, dass wichtige Ideen verloren gehen.

Stochastische Papageien sind nicht kreativ. Sie plappern nach und geben nur das wieder, was es schon gibt. Wir müssen selbst entscheiden, ob wir uns immer wieder nur Aufgewärmtes und neu Angeordnetes vorsetzen lassen wollen, oder ob wir auf das setzen, was gute Bücher ausmacht: Kunst, Kreativität und wahre Intelligenz.

VPN – Digitaler Schutz oder Abzocke?

Helena, 15

VPN – Digitaler Schutz oder Abzocke?


„Ein VPN bietet dir Sicherheit und komplette Anonymität. Du brauchst auf jeden Fall einen VPN.“

Das zumindest behaupten Anbieter von VPN-Lösungen.  Auch auf YouTube wird ziemlich viel Werbung für VPNs gemacht. Um diese Aussagen beurteilen zu können, ist es wichtig zu wissen, was ein VPN überhaupt ist.

Was bedeutet VPN?

VPN ist die Abkürzung für Virtual Private Network, auf Deutsch Virtuelles Privates Netzwerk.

Wie funktioniert ein VPN?

Ein Beispiel für den Einsatz eines VPN könnte sein, dass du in einem Browser die URL einer Website eingibst. Nach der Eingabe sendet der Browser eine Anfrage an deinen Internet-Anbieter (z.B. Vodafone oder Telekom). Von dort aus sorgt der Internet-Anbieter dafür, dass der entsprechende Zielserver (bei dem die von dir angeforderte URL liegt) mit deiner Anfrage kontaktiert wird und diese verarbeitet. Wenn der Zielserver erreichbar ist, bekommst du die Inhalte zu sehen. Dabei bist du nicht anonym, denn jedem Gerät mit Internetzugang wird eine eindeutige Nummer zugewiesen: Die IP-Adresse. IP steht dabei für Internetprotokoll. IP-Adressen sind wie normale Adressen auf Briefen nötig, damit Informationen zum richtigen Empfänger transportiert werden. Sie ist deswegen dem Internet-Anbieter sowie dem Websitebetreiber bekannt. 

Die IP-Adresse allein ermöglicht zwar noch keine direkte Identifizierung einer Person, also herauszufinden, wer genau hinter der IP steckt. In der Kombination mit anderen Daten ist es jedoch theoretisch möglich, mit einer IP Personen zu identifizieren oder zu lokalisieren, also herauszufinden, wo sie sind.

Bei Verwendung von VPN-Verbindungen verläuft dies etwas anders. Bei Verwendung eines VPN werden deine Daten durch eine verschlüsselte Datenleitung transportiert. Dadurch erhält dein Internet-Anbieter die IP-Adresse des VPN-Servers, deine eigene IP bleibt verborgen. Trotzdem ist dieser Weg nicht anonym. Hierbei musst du deinem VPN-Anbieter vertrauen, da er deine Daten kennt und missbrauchen könnte.

Wozu werden VPNs verwendet?

1. Anonymität

An der Funktionsweise von VPNs sieht man, dass das mit der Anonymität ein ziemlich leeres Werbeversprechen ist. Anstatt deines Internet-Anbieters und den Betreibern der Webseiten, hat jetzt dein VPN-Anbieter deine Daten.  Die meisten Anbieter versprechen allerdings eine No-Log-Policy, was bedeutet, dass deine Daten nicht gespeichert werden. Mit einem VPN wird allerdings lediglich deine IP-Adresse verschlüsselt. Beim Aufrufen einer Website übermittelt dein Browser trotzdem Daten wie die Browser-Plugins, Sprache, Schriftart oder Bildschirmauflösung. Kombiniert man diese Eigenschaften, kann man dich auch mit verschlüsselter IP-Adresse identifizieren.

2. Sichere Nutzung öffentlicher WLAN-Netze

Wenn du ein öffentliches WLAN nutzt, zum Beispiel in Cafés, sind die Verbindungen meistens nicht verschlüsselt. Dadurch ist es für Kriminelle deutlich einfacher, Daten abzufangen. Dagegen kann ein VPN helfen, da es Daten verschlüsselt verschickt.

3. Umgehen von Geoblocking

Beim Geoblocking wird der Zugang zu bestimmten Inhalten aufgrund der geografischen Lage eingeschränkt. Beispielsweise kann man bei Streaming-Anbietern in Deutschland andere Serien schauen als in den USA, weil sie die Rechte an den Serien für bestimmte Länder erwerben. VPNs erlauben es, seine virtuelle Position zu ändern, das heißt man kann damit einen anderen Standort vortäuschen. Aber Achtung: Wer Geoblocking mit VPNs umgeht, verstößt bei den meisten Streaming-Anbietern gegen die Nutzungsbedingungen.

Auch die Livestreams von ARD und ZDF unterliegen Geoblocking und man kann sie nur in Deutschland anschauen. Aus dem Auslandsurlaub mit einem VPN auf deutsche Fernsehsender zuzugreifen, ist erlaubt. Die rechtliche Situation bezüglich der Nutzung von VPNs zur Umgehung von Geoblocking ist nicht ganz einfach und unterscheidet sich von Land zu Land.

4. Umgehen von Netzsperren

Dein Internet-Anbieter kann verweigern, dass du gesperrte Webseiten aufrufst. Mit einem VPN sieht dein Internet-Anbieter nicht, welche Website du aufrufst. Netzsperren kann man mit einem VPN also theoretisch umgehen.

Deswegen sind in Ländern mit starker Internetzensur (wie China) VPNs verboten. Das chinesische Regime möchte kontrollieren, welche Meinungen sich im Netz verbreiten und wer dahinter steckt. In Deutschland kann ein Gericht entscheiden, dass Webseiten gesperrt werden müssen. Beispielsweise wenn dort extremistische Inhalte verbreitet werden. Es ist auch möglich, dass Inhalte gesperrt werden, weil Urheberrechte verletzt werden, oder dass Internetanbieter freiwillig illegale oder schädliche Inhalte blockieren. Du solltest gesperrte Websites deswegen auch mit VPN nicht aufrufen.

5. Sicherheit

Auch Passwörter beim Online-Banking werden durch ein VPN verschlüsselt. Das Klauen dieser sensiblen Daten kannst Du leicht dadurch verhindern, dass du beim Surfen darauf achtest, nur Websites aufzurufen, deren URL mit https:// beginnt.

Welche Nachteile haben VPN?

Durch das Benutzen von VPNs wird deine Internet-Geschwindigkeit etwas langsamer. Deine Daten brauchen einfach mehr Zeit für die Leitung über einen zusätzlichen Server.

Die meisten VPN-Dienste kosten Geld – circa 5 Euro im Monat. Da der Betrieb der nötigen Server sehr teuer ist.

Die Auswahl eines passenden VPN-Dienstes ist schwer. Es gibt sehr viele unterschiedliche Anbieter, darunter auch nicht vertrauenswürdige. Manche speichern und verkaufen Daten und es gibt sogar Softwares, deren Installation deinem Computer schaden kann.

Welche Regeln und Gesetze müssen bei der Benutzung beachtet werden?

Kriminelle Aktivitäten, wie das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Dateien, sind natürlich auch mit einem VPN eine Straftat.

Geoblocking auf Streaming-Plattformen zu umgehen, verstößt meistens gegen die Nutzungsbedingungen.

VPNs zu benutzen, ist in Deutschland aber grundsätzlich legal. Anders ist das zum Beispiel in Russland oder der Türkei, wo VPN-Dienste verboten sind.

Welche Kriterien sollte man bei der Wahl des Anbieters beachten?

Es gibt neben kostenpflichtigen Abo-Modellen für VPN-Server auch zahlreiche Gratis-Anbieter. Dabei sollte man vorsichtig sein. Diese Unternehmen finanzieren sich oft, indem sie deine persönlichen Daten nutzen oder weitergeben.  

Dein Anbieter sollte eine No Log Policy verfolgen, also keine Daten von dir speichern.

Überprüfe den Server-Standort deines Anbieters. In einigen Ländern, zum Beispiel in den USA, können Behörden ohne große Hürden auf die Daten von Nutzer:innen zugreifen.

Bei einem Abbruch der Internetverbindung sollte ein VPN-Dienst die offene Verbindung sofort schließen, da sonst die tatsächliche IP-Adresse offengelegt wird. Diese Schutzfunktion wird als „Internet Kill-Switch“ bezeichnet und sollte angeboten werden.

Beim Aufrufen einer Website wird eine Anfrage an einen sogenannten DNS-Server geschickt. Diese Server sind das „Adressbuch” des Internets. Sie übersetzt Domain-Namen wie https://slpb.wtf.de in IP-Adressen, die der Computer verarbeiten kann.

Es kann aber vorkommen, dass die Anfrage zum DNS-Server ungeschützt ist.  Dann spricht man von einem DNS-Leak. VPN-Dienste sollten einen Schutz gegen DNS-Leaks bieten.

Viele der Werbeversprechen von VPN-Anbietern sind also falsch. Mit einem VPN ist man weder zu 100% anonym noch wirklich sicher. Es gibt einige sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für VPNs, aber nicht jede:r „braucht” ein VPN. Ob du ein VPN benutzt, musst du letztendlich für dich entscheiden.

Viele der Werbeversprechen von VPN-Anbietern sind also falsch. Mit einem VPN ist man weder zu 100% anonym noch wirklich sicher. Es gibt einige sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für VPNs, aber nicht jede:r „braucht” ein VPN. Ob du ein VPN benutzt, musst du letztendlich für dich entscheiden.

Lass dir auf jeden Fall bei der Auswahl eines passenden Anbieters Zeit und lies dir die Datenschutzbedingungen wirklich durch.

Auch wenn du ein VPN benutzt, solltest du zusätzlich andere Tipps beachten, um deine Daten zu schützen. In diesem Text zum Digitalen Fußabdruck werden einige aufgezählt.


Freie Presse. VPN legal oder illegal? Ist es erlaubt? Wir haben die Antworten. URL: https://www.freiepresse.de/erfahrungen/software/vpn/legal-oder-illegal/

Digital Guide IONOS. DNS Leak. URL: https://www.ionos.de/digitalguide/server/knowhow/dns-leak/

Netzwelt. Drei VPN-Dienste offenbar gehackt: 20 Millionen Nutzerdaten stehen zum Verkauf . URL: https://www.netzwelt.de/news/186685-drei-vpn-dienste-offenbar-gehackt-20-millionen-nutzerdaten-stehen-verkauf.html

ITIGIC. Kann ein VPN Passwörter schützen?. URL: https://itigic.com/de/can-a-vpn-protect-passwords/

So Many Tabs (25.05.2021). Geblockte Serien streamen: Die Wahrheit über VPNs (mit @carolalilo) [Video]. YouTube. URL: https://youtu.be/Px07lKy5MDo?feature=shared

Deutsche Welle. Zensurumgehung mit VPN – ist das sicher?. URL: https://www.dw.com/de/zensur-mit-vpn-umgehen-ist-das-%C3%BCberhaupt-sicher/a-56816688 

Verbraucherzentrale. Öffentliche WLAN-Netze sicher nutzen. URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/datenschutz/oeffentliche-wlannetze-sicher-nutzen-19264#:~:text=Nutzen%20Sie%20Hotspots%20im%20Zug,so%20auch%20Ihr%20Ger%C3%A4t%20sch%C3%A4digen.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Wie funktioniert ein Virtual Private Network (VPN). URL: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber-Sicherheitsempfehlungen/Router-WLAN-VPN/Virtual-Private-Networks-VPN/virtual-private-networks-vpn_node.html#doc504116bodyText1

mobilsicher (19.03.2018). Browser-Fingerprinting: Wie das Internet dich wiedererkennt [Video]. YouTube. URL: https://youtu.be/k8lpPK1I3xU?feature=shared

 

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Mensch gegen KI – Wir challengen ChatGPT

Doria, 23

Mensch gegen KI – Wir challengen ChatGPT

Seit ChatGPT im November 2022 zur kostenlosen öffentlichen Nutzung freigegeben wurde, entwickelt es sich rasant. Der Prototyp eines Chatbots, der künstliche Intelligenz einsetzt, ist plötzlich in vielen Lebensbereichen zu finden und kann allerlei nützliche und sinnlose Dinge. Ob es um die Hilfe bei der Urlaubsplanung, beim Programmieren oder das neue Backrezept deines Freundes geht – scheinbar findet ChatGPT schnell die Lösung zu sämtlichen Fragen und Problemen.

Wir haben uns gefragt, wo ihr derzeit die Grenzen des Chat-Programms seht, und waren hierfür auf der Leipziger Buchmesse unterwegs.

Die Leipziger Buchmesse ist eine große Veranstaltung, die einmal im Jahr in Leipzig stattfindet. Dort kommen super viele Menschen zusammen, man findet alles rund um das Thema Literatur, aber auch vieles rund um Medien. Für uns also der perfekte Ort, um Menschen zu fragen, was sie der KI im Vergleich zum Menschen nicht zutrauen würden. Wir haben ihre Challenges eingesammelt und ausgetestet. Im Video wird aufgedeckt, wie sich die KI geschlagen hat.

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Mehr über ChatGPT

Ihr wollt wissen wie ChatGPT eigentlich funktioniert, ob man ihm trauen kann und wohin es sich vielleicht noch entwickeln wird? Wir haben euch noch ein paar Links zusammengestellt, in denen ihr weitere Infos findet:

Quiz: KI oder Künstler:in?

Quiz: KI oder Künstler:in?

KI-Kunst von menschengemachter Kunst zu unterscheiden, ist gar nicht so leicht. Es gibt ein paar Tricks, die wir am Ende des Quiz verraten. Ein großes Problem bei dieser Art von Kunst ist das Urheberrecht: Wem gehört das Werk? Der KI? Der Person, die die KI entwickelt hat? Oder der Person, deren Stil die KI imitiert? Die KI Kunst in diesem Quiz haben wir mit dem Craiyon Image Generator erstellt. Es gibt aber auch noch weitere Anbieter:innen.

KI oder Künstler:in?

Richtig! Falsch!

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KI oder Künstler:in?

Richtig! Falsch!

KI oder Künstler:in?

Richtig! Falsch!

KI oder Künstler:in?

Richtig! Falsch!

Quiz: KI oder Künstler:in?
Der KI auf den Leim gegangen
Das lief ja noch nicht so gut! Es kann schwierig sein, KI-Bilder von menschlich erschaffener Kunst zu unterscheiden. Aber keine Sorge: Es gibt Anzeichen, die einem dabei helfen können, KI-Bilder zu erkennen. Ein Hinweis ist zum Beispiel die Qualität des Bildes. Durch KI kreierte Bilder wirken oft verschwommen und unscharf. Auch unnatürliche, sich wiederholende Muster und generelle Unstimmigkeiten bei Farbe und Kontrast sind ein Anzeichen von KI. Besonders bei menschlichen Fingern und Zähnen erkennt man oft die Werke der KI. Hier schleichen sich schnell mal zusätzliche Körperteile hinzu oder die vorhandenen wirken deformiert.
Da ist noch Luft nach oben!
Das geht schon mal in die richtige Richtung! Falls du wissen möchtest, wie du beim nächsten mal noch besser abschneiden kannst, gibt es ein paar Tricks wie man KI-Bilder von menschlich erschaffener Kunst unterscheiden kann. Ein Hinweis ist zum Beispiel die Qualität des Bildes. Durch KI kreierte Bilder wirken oft verschwommen und unscharf. Auch unnatürliche, sich wiederholende Muster und generelle Unstimmigkeiten bei Farbe und Kontrast sind ein Anzeichen von KI. Besonders bei menschlichen Fingern und Zähnen erkennt man schnell die Werke der KI. Hier schleichen sich schnell mal zusätzliche Körperteile hinzu oder die vorhandenen wirken deformiert.
KI-Profi
Du bist ja ein:e echte:r Kenner:in! Ein KI-generiertes Bild geht an dir nicht so schnell vorbei. Wusstest du auch, dass es konkrete Hinweise gibt, wie man KI-kreierte Bilder erkennen kann? Ein Hinweis ist zum Beispiel die Qualität des Bildes. Durch KI kreierte Bilder wirken oft verschwommen und unscharf. Auch unnatürliche, sich wiederholende Muster und generelle Unstimmigkeiten bei Farbe und Kontrast sind ein Anzeichen von KI. Besonders bei menschlichen Fingern und Zähnen erkennt man schnell die Werke der KI. Hier schleichen sich schnell mal zusätzliche Körperteile hinzu oder die vorhandenen wirken deformiert.